13. Tag der offenen Töpferei 10./11. März 2018
Meldungen aus der Frankfurter Rundschau


28.02.2018 Frankfurter Rundschau

Einem Maler Modell sitzen

Porträts zu malen, gehört zur Königsdisziplin in der Kunst. Doch wie ist es, Gegenstand der Darstellung zu sein und Modell zu sitzen? Unsere Autorin Bernadette Weimer hat es in Frankfurt ausprobiert.


Foto: Monika Müller

Artikel-URL:http://www.fr.de/rhein-main/freizeit/kuenstler-in-frankfurt-einem-maler-modell-sitzen-a-1457483


Am Mo., 27. Nov. 2017 um 0:27 hat Ben folgendes geschrieben:

Liebe Natalia (und lieber Stephan)

Herzlichen Dank für die zwei Tage bei Euch !
Natalia hatte uns ja vorgewarnt – Suchtpotential !
Aber Ihr habt mir viel mehr gegeben, als diese „Sucht“…
Ich denke in dem Wort „Sucht“ steckt es wohl drin, die „Suche“ die mich zu Euch führte.
Bei Euch bin ich fündig geworden. Sei es die (Rück-)Verbindung mit der Erde, mit einer Ahnung von einem in mir verborgenen Talent das heraus wollte, dem schöpferischen Ausdruck, dem Sein.
Ich durfte ein Stück „Kind-Sein“ erleben – sei es mal wieder freudig „matschen“ zu können, aber auch etwas neues zu erleben, unschuldig und unbedarft mit eben dieser Qualität an Freude die Kinder haben wenn ihnen etwas gelingt (oder auch am „Misslingen“ und nochmal neu beginnen…) und in sofern hast Du, Natalia, auch wieder recht behalten – auch wenn ich der Meinung bin das nicht nur die Zeit stehen bleibt und man nicht altert wenn man in diesem flow ist, sondern viel mehr die Zeit „springen“ und man verjüngt bei Euch hinausgehen kann.

Alles liebe,
Ben


Kontakt zur Erde   

Frankfurt – 16.03.2015 Frankfurt-Ostend

  Natalia Makievski führt ihre Töpferkunst vor.
Foto: Monika Müller

Von Clemens Dörrenberg

Beim Tag der offenen Töpfereien erhalten Besucher im Ostend Einblick in die Arbeit mit Ton. Dabei versuchen die Veranstalter, ein aussterbendes Handwerk lebendig zu halten.Für Natalia Makievski bedeutet Töpfern vor allem „Begreifen“. Das meint die 50-Jährige durchaus im doppelten Sinne. Die Besucher beim „Tag der offenen Töpferei“ sollen ihre Werke nicht nur anschauen, sondern anfassen. Ihr „Offenes Atelier für Bildende Kunst und Körperwahrnehmung“, „Mc Kiev“ genannt, ist unscheinbar in einem Hinterhof am Sandweg gelegen. Dort hat sie mit ihrem Partner Stephan Pridik am Samstag und Sonntag handgefertigte Alltagsgegenstände wie Vasen, Teller, Tassen und Kelche ausgestellt, aber auch Kunstwerke aus Ton.Den Kaffee gibt es für den Besucher aus einer Tontasse, den Zucker dazu aus einer entsprechenden Dose. Beeindruckend sind die „Flugobjekte“: Bauchige Skulpturen, Gefäßen ähnlich, in erdigen Farben hängen an durchsichtigen Schnüren von der Decke der kleinen Künstlerwerkstatt. „Weil sie so leicht sind, heben sie ab“, sagt die Künstlerin. Die Wandstärke der Gefäße ist extrem dünn. Risse und kleine Löcher in der rauen Oberfläche unterstreichen das. Eine Skulptur ist eingebeult. Der Einfluss des Materials soll erkennbar sein, findet die Kunstpädagogin. Mehrere Wochen „Dreharbeit“ habe sie mit ihren 15 Flugobjekten verbracht, ehe sie fertig waren.Vor 26 Jahren hat Makievski mit dem Töpfern begonnen. „Ich habe in einer Töpferwerkstatt meine Hände in eine Babywanne voller Ton, weich wie Schmand, gesteckt und war für immer verloren“. Sie warnt: „Töpfern ist ein geheimes Suchtmittel, man sollte sich überlegen, bevor man es anfasst.“

Hommage an japanische Tee-Zeremonie

Die beiden Atelier-Betreiber trafen sich erstmals, als Pridik vor zehn Jahren einen Töpferkurs bei Makievski besuchte. „Es ist sehr entspannend, die Hände in erdiges Material zu tauchen, den Kontakt zur Erde zu haben“, sagt er. Der Sozialpädagoge bietet auf einer Art Steeldrum und einem Didgeridoo die musikalische Untermalung.

Bald fällt der Blick auf bewusst unschön gearbeitete Schälchen. „Das ist eine Hommage an die japanische Tee-Zeremonie, Chawan genannt“, sagt Makievski. „Sie sehen wie kaputt aus, aber sie haben eine tiefe, sinnliche Bedeutung.“ Die alten, orientalischen Töpfer hätten festgestellt, dass beim Brennen das Beste an ihren Tonwaren zerstört wurde. Sie dachten, dass sich die Götter daran bedient hätten. So sei ihr Entschluss gewesen, die Waren gleich unsauber zu kreieren.

Auch wenn Pridik und Makievski keine Töpferei im eigentlichen Sinne betreiben, möchten sie das aussterbende Handwerk lebendig halten. Neben Keramik-, Mal- und Zeichenkursen bieten sie auch Töpfer-Workshops an.

 
Artikel URL: http://www.fr-online.de/frankfurt/frankfurt-ostend-kontakt-zur-erde,1472798,30134396.html
 

Bornheimer Wochenblatt vom 18.03.2015

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